Humor – gerade, wenn’s schwierig wird

27. April 2017 in Allgemein

Als bundesweit agierender  Personal-, Team und Organisationsentwickler haben wir uns Humor buchstäblich auf die Fahne geschrieben. Oder zumindest in unser Logo.

Nur was genau bedeutet das?
Was ist für uns „humorvoll“ bei Teamcoachings, Führungskräftetrainings, Workshop-Moderationen und anderem?

Unsere Kunden beauftragen uns hauptsächlich, wenn im Unternehmen Veränderungen angestrebt werden oder schon im vollen Gange sind.

Und Mitarbeiter verbinden mit Veränderung in der Regel alles andere als Spaß.

Wobei wir Humor nicht mit Spaß gleichsetzen.
Im Gegensatz zu reinen Teambuilding-Events oder z.B. Outdoortrainings, wo hin und wieder der Spaßfaktor bewusst im Mittelpunkt steht, geht es in unseren Coachingseminaren und Trainings regelmäßig um konkrete Anliegen der Mitarbeiter und Führungskräfte. Und diese zielen zumeist auf einen Optimierungsbedarf ab.
Und Optimierungsbedarf verbinden Mitarbeiter oft mit „nicht gut genug sein“, „mehr tun müssen“ oder mit Sanktionen und Kürzungen. Oftmals stehen Befürchtungen im Raum, Zweifel und Unsicherheiten. In diesem Kontext sind die anvisierten Entwicklungen im Unternehmen nur sehr begrenzt möglich.

Humor versus Spaß

Und die Bereitschaft für „Spaßveranstaltungen“ hält sich in diesen Phasen in Grenzen. Daher gestalten wir unsere Workshops, Seminare und Trainings bewusst humorvoll –statt spaßig. Es geht dabei um Leichtigkeit in der Herangehensweise an das Thema, um Verständnis bei Ärger, Wut und Trotz. Wir begegnen dem Drama sozusagen lächelnd –statt Zähne zu zeigen oder lustig zu sein. Humor fängt für uns dort an, wo der Spaß an seine Grenzen stößt.

Humor zeigt sich also in der Haltung, mit der wir unseren Kunden begegnen, in der Art und Weise wie wir kommunizieren und vor allem darin, dass wir auch sehr gern über uns selbst lachen. Im Ergebnis bewirkt dies zumeist eine Öffnung der Mitarbeiter für den Veränderungsprozess.

Sie sind noch nicht überzeugt?

Dann vielleicht noch folgendes:
Humor ist psychologisch und pädagogisch betrachtet sehr komplex:

  • Es erfolgt sozialer Austausch, denn Humor wird zumeist im zwischenmenschlichen Kontakt vermittelt und genossen.
  • Humor erfordert Intelligenz, denn er ist daran gebunden, dass man nachdenkt und die Pointe versteht.
  • Es geht um Emotion: Humor geht mit einem physiologischen Gefühl von Freude, Heiterkeit oder sogar Ekstase einher, wobei die Emotion von einem leichten Schmunzeln bis zu einem Lachen reichen kann.**

Humor ist Verständnis in Reinkultur

Laut Duden ist „Humor …die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“**

Im Kern unserer Arbeit geht es genau darum: Verständnis zu haben, für die vermeintliche eigene Unzulänglichkeit und die anderer. Und gerade wenn es sehr schwierig wird, wenn keine Lösung in Sichtweise scheint und Mitarbeiter sich unverstanden oder gar bedroht sehen, dann gilt es die Harfe des Humors auszupacken statt den Hammer oder die Spaßtröte.

Humor als Managementmethode ist übrigens alles andere als neu. Bereits vor ca. 20 Jahren veröffentlichte das Hamburger „manager magazin“ einen Artikel in dem Humor als neuer Managementtrend identifiziert wurde*.  Hierbei ging es noch vorrangig um Lachen und Spaß haben. Legitimiert wurde diese neue Methode durch die Tatsache, dass Lachen die Produktion der hormonellen Botenstoffe Adrenalin und Endorphin vorantreibt.

Wir meinen: Humor tut einfach gut! Mehr davon!

Maik Dietrich****

Quellen:
*     Quelle: http://lexikon.stangl.eu/10523/humor/ © Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik
**   Duden: Das Herkunftswörterbuch. Mannheim 2007, Lemma Humor
***     Holger Rust: Humor als Erfolgsfaktor (manager-magazin, 27.08.2001)
**** zahlreiche eigene Situationen in Trainings und Seminaren 😉